Wunschzettel


Zur Zeit flattern viele Prospekte und Briefe ins Haus, Wunschideen für Konsumgüter, Bettelbriefe von Hilfsorganisationen, Aufrufe zur Beteiligung an Aktionen, Einladungen zu Feiern….
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Advents- und Weihnachtszeit: Was steht auf Ihrem Wunschzettel oder haben Sie keine Wünsche mehr? Meinen Sie, Wünsche sind nur etwas für Kinder?
Bis vor ein paar Jahren wünschten sich viele Frauen Schmuck, Reisen und schicke Kleider, Männer wollten Zigarren, Whisky oder dicke Autos. Heute, in einer Zeit, in der wir dabei sind, die Erde zu vernichten und meist im Überfluss leben, schämen wir uns fast für diese Wünsche. Vielleicht tut es ja auch etwas selbst herstelltes: ein paar gestrickte Socken, ein Glas eingekochte Marmelade, eine schöne gebastelte Karte, ein handgeschriebener Brief oder einfach Zeit.
Wir wollen wieder von Herzen schenken und auch so beschenkt werden.
Die materiellen Wünsche werden kleiner und der Wunsch nach einer freundlicheren Welt wird größer. Wir wünschen uns mehr Naturverbundenheit, wertschätzendes Miteinander, einfache Glücksmomente und wir sehnen uns nach innerem und äußeren Frieden.
In diesem Sinne wünsche ich uns einen schönen Advent. Mögen die Wünsche in Erfüllung gehen, die uns allen helfen und gut tun.
Gertrud Müller
 
 
 
Eine neue Welt

Eine neue Welt

Können wir uns eine Welt vorstellen, in der ganz andere Nachrichten gezeigt werden?
– Menschen trösten und helfen sich statt das Leid anderer zu fotografieren.
– Menschen verzeihen einander statt sich gegenseitig zu beschuldigen.
– Menschen beschützen sich statt sich wechselseitig auszuliefern.
– Menschen erkennen einander an statt sich abzuwerten.
– Menschen lernen aus Fehlern statt andere zu bestrafen.
– Menschen verbreiten gute Nachrichten statt sich an Sendungen mit Mord und Totschlag zu empören.
– Menschen bewahren sich vor Schmerzen statt sich gegenseitig zu verletzen.
– Menschen befreien sich statt sich einzusperren.
– Menschen schaffen eine neue, freundliche und wertschätzende Kultur statt alte, grausame Kulturen zu tradieren.
Ich wünsche uns neue Träume, neue Hoffnung, neuen Mut, neues Vertrauen, um diese Welt zu schaffen.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller

Resignation

Resignation

Resignation

Als Resignation wird beschrieben, wenn sich ein Mensch oder eine Gruppe dem unabänderlich Scheinenden fügt, das Engagement für die eigenen und kollektiven Ziele beendet und somit jegliche Hoffnung aufgibt.
Verleugnung ist, wenn Personen oder Gruppen Realitäten nicht anerkennen. Verleugnung ist auch ein Abwehrmechanismus der Seele.
Resilienz ist die Fähigkeit, auf psychischer Ebene einen gewissen Widerstand gegenüber Problemen zu entwickeln und dadurch widrige Lebensumstände zu ertragen und zu überstehen.
Die Mischung aus diesen drei Faktoren ist giftig. Wir sehen immer wieder, auch in der Historie, wie sich tödliche Mischungen aus Resignation, Verleugnung und Resilienz verbreiten. In den zwei Weltkriegen, in Elendszuständen im Mittelalter, in Katastrophengebieten und in sehr vielen Einzelschicksalen. Auch heute erleben wir wieder die Gefahr, die sich aus dieser giftigen Mischung entwickelt.
Eine Welt, in der sich Resignation ausbreitet: Werte der Menschlichkeit verrohen, die Sorge der Menschen um die natürliche und soziale Umwelt werden von einigen Politikern verleugnet und verharmlost. Während Wirtschaft und Politik postulieren, wie gut es den Menschen geht, vereinsamen immer mehr Menschen, Tiere sterben aus, Krankheiten vermehren sich und Systeme kollabieren. Betroffenen bleibt nur noch, das alles zu ertragen.

Vor zehn Jahren starb der Nationaltorwart Robert Enke durch Suizid, 2014 der Fußballprofi Andreas Biermann ebenfalls durch Suizid. Bei beiden wurde Depression als Ursache genannt. Der Fußballmanager Jörg Schmadtke sagt, es habe sich bis heute in der Welt des Fußballs nichts geändert. „Nicht bei den Medien, nicht bei den Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und auch nicht in der Gesellschaft.“
Sowohl bei Suizid als auch bei anderen Formen der Verzweiflung, bei Formen der Radikalisierung und bei Amokläufen spielen vergiftete Mischungen verletzter Gefühle eine große Rolle.

Es reicht nicht, mit verletzten Gefühlen zu resignieren, diese Gefühle zu verleugnen oder sie zu ertragen.
Es muss einen besseren Weg geben. Mögen wir als Einzelne und kollektiv den Mut haben, diesen besseren Weg zu suchen und zu finden.
Eine gute und mutige neue Woche

Gertrud Müller