Abhängigkeit

Wenn eine Person von anderen Menschen, von Dingen, Geld, Gesundheit oder Anerkennung abhängig ist, ist es schwer, Glück zu empfinden und Ziele zu erreichen.

In der Abhängigkeit und in der Not etwas dringend zu brauchen, wird Angst und Stress erlebt. Es wird nicht mit hoffnungsvollem Wunsch ein Ziel anvisiert, sondern in einem verbissenen angsterfüllten Kampf um ein Ziel gekämpft.

Genauso erscheint mir diese Corona Krise. Die Regierungen, Mediziner und viele Menschen in der Bevölkerung haben das Vertrauen in ein gutes Leben und in die Lebenskraft der Natur schon seit Jahrzehnten verloren. Aus Abhängigkeit vor Obrigkeiten, aus Angst es nicht zu schaffen, aus Hyris die Natur besiegen zu müssen, nutzen wir die natürliche Kraft  zu wenig, bis wir eines Tages total geschwächt erkennen müssen: so geht es nicht mehr weiter.  Jetzt kämpfen alle mit Verbissenheit gegen den Tod, gegen Fallzahlen, es wird gekämpft um Intensivbetten, Beatmungsgeräte, Impfungen, Schutzkleidung, Klopapier, …

Wie viele Menschen werden weltweit bei diesem Kampf ihr Leben verlieren.  Oder verhungern, verzweifeln und an anderen Krankheiten, Verbrechen sterben oder ihre Einkommensquellen verlieren? Wie viel mehr wird sich in manchen Ländern die Gesellschaft spalten, in Reiche, die sich Behandlungen leisten können, und in Arme, die sterben? Wie sehr baut sich die natürliche Kraft der Gesunden ab, wenn sie über Wochen ein sinnentleertes, bewegungsarmes Leben zuhause führen, mit ständiger Angst vor Krankheit?

Dieser Kampf hört sich eher nach einer Kriegserklärung an, als nach dem Wunsch: Gesundheit und ein gutes Leben miteinander zu erreichen. Wo war das Engagement für Gesundheit und einem gerechten, natürlichen Zusammenleben vor der Krise?

Ein gutes Ziel erreichen wir mit Souveränität, mit Sicherheit, mit Üben und Lernen und mit gegenseitiger Hilfe. In jedem Menschen wohnt diese natürliche Lebenskraft. Ein gutes Ziel erreichen wir, wenn es selbstverständlich ist, dass wir miteinander teilen und einander helfen. Haben wir vor der Krise so miteinander gelebt? Ein gutes Ziel erreichen wir nicht im verbissenen unkoordiniertem, angstvollen Kampf. Spätestens durch die zahlreichen Kriege im Mittelalter und die zwei Weltkriege sollten wir diese Lektion gelernt haben. Wenn wir gegen etwas kämpfen, werden wir Angst, Panik, Grausamkeit und innere Unruhe spüren und verbreiten.

Engagieren wir uns für ein Ziel, für einen Wunsch, so werden wir Zuversicht und inneren Frieden spüren und wir werden Harmonie, Liebe, Zuversicht und Frieden verbreiten.

In jeder Krise haben wir den Wunsch nach einem guten Leben aus den Augen verloren und kämpfen gegen etwas.

Wir können aus jeder Krise aussteigen, wenn wir uns die Frage stellen:  Was will ich erreichen? Fast alles, was Menschen jemals erreichen wollten, haben sie erreicht. Wenn Menschen das Fliegen lernen konnten, warum sollten sie nicht lernen, gut, gesund und wertschätzend miteinander zu leben? In diesem Sinne hören wir auf, verbissen gegen Krankheiten und gegen das Leben zu kämpfen. Engagieren wir uns für ein gesundes, achtsames und wertschätzendes Leben miteinander, dann werden Krankheiten und Not auf diesem Planeten immer mehr verschwinden. Und wir können wie der Held im Märchen sagen: Es war einmal, dass wir auf diesem Planeten Krankheiten, Krisen und Not hatten. Und wenn sie nicht gestorben sind, leben diese gesunden und glücklichen Menschen wertschätzend miteinander bis ins hohe Alter.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns für Gesundheit und ein wertschätzendes Miteinander engagieren.

Gertrud Müller