
Photo: Silvia Tauchmannfrei Denken-nicht Mitlaufen

Photo: Silvia Tauchmann
Foto: Franziska NeufeldDiese Woche stelle ich mich am Morgen wieder auf meine Waage, es tut sich nix. Ich suche nach dem Batteriefach, kaufe neue passende Batterien, tut sich immer noch nix. Vielleicht, denk ich mir, bin ich dem guten alten Stück einfach zu belastend geworden. Ich schau nochmal, ob sich nicht doch noch was reparieren lässt, ich will ja Ressourcen schonen. Da entdecke ich die Marke, das gute Ding heißt doch glatt Korona. So ein Zufall, gerade zur Coronakrise gibt meine Korona den Geist auf. Ich überlege mir, soll ich Korona wirklich reparieren? Nein, ich glaub, es ist besser für mich, Korona zu entsorgen.
Ich hab beim Neukauf jetzt genau auf die Marke geachtet. ADE heißt die Neue. Auch gut, dann heißt meine Story jetzt: Korona-ADE.
Wie sagen die Buddhisten? Alles ist vergänglich, Corona, Korona und dann ADE.
Da meine Korona jetzt entsorgt ist, hab ich beschlossen, ich stelle mich jetzt schon mal auf die Postcorona-Ära ein. Ich mach schon mal vorsorglich mein Testament (für den worst case) und mach genügend Sport, dass ich fit bin, falls ich den nächsten Halbmarathon noch erlebe. Wenn man so a Krise überleben möcht, dann scho gscheid. Und wer weiß? Vielleicht gelingt es mir tatsächlich, endlich mal die 10 Kilo abzunehmen, die ich schon lange loswerden will, damit ich meine gute neue Waage nicht mehr so belaste.
Übrigens, hier die Beweisphotos von der alten Korona, der neuen ADE und der Entsorgung.

Wenn ma in Coronazeiten scho koa Politikerderblecka mehr ham, dann müass ma uns hoid seiba was Lustigs eifoin lassn.
In diesem Sinne Korona-ADE
Gertrud Müller

„Was sind Enassi“? fragte Louise.
„Enassi sind Gleichmacher so wie diese“:
„Warum machen Gleichmacher alles gleich?“
„Sie haben Angst etwas wird ungleich im Reich.“
Enassi ordnen alles in Klassen und Normen
Sie ordnen alles in Gruppen und Formen
Alles gleiche muss zusammengehören.
Gleiche müssen Einheit beschwören!
Sind sie erst gleich, dann ist es gut,
dann trauen sich andere nicht und sie haben Mut.
Als Gleiche sind sie stark und können sich wehren.
Gegen das Böse der Anderen mit scharfen Gewehren.
Als Gleiche gehen sie im Gleichschritt einher
und bilden ein großes mächtiges Heer.
Die bösen Anderen, die ungleichen Fremden,
die mit den anderen Hosen und Hemden,
die wollen wir nicht in unserem Land,
deshalb werden sie schnell wieder verbannt.
So lebt die Menschheit wie im großen Zoo,
und wird gefüttert, gemästet von irgendwo.
Im eigenen Käfig sind nur die Gleichen.
Die Fremden mussten in andere Käfige weichen.
„Oh Schreck, schau her, der Käfig ist offen.“
Oh je, jetzt sind alle total betroffen.
„Was machen wir jetzt mit den anderen Viren?
Mit den Menschen, die in Armut vor unserer Haustür erfrieren?“
Alle Gleichen rennen ungleich durcheinander.
Die Verwirrung ist groß, wie schaffen wirs jetzt miteinander?
„Was machen wir jetzt mit den offenen Türen im Zoo?“
Louise meint:
„Wir gehen einfach ins Nirgendwo.
Vielleicht finden wir dort ein Land,
in dem wir alle ungleich sind und doch verwandt.“
©Dr. Gertrud Müller
Einen schönen neue Woche
Gertrud Müller

In der Natur und der natürlichen Tierwelt halten sich die Lebewesen dort auf, wo es ihnen am besten geht und wo sie am besten gedeihen. In der menschlich gelenkten Welt werden Menschen und Tiere gehalten und verwaltet, in Orten und Staaten, in Kulturen und Religionen, in Arbeitswelten, in Industrie und Landwirtschaft, gebunden durch Grenzen, Gesetze, Verwandtschaftsbeziehungen, Geld und Marktchancen.
Wer sich wo auf der Welt aufhalten darf, ist durch Gesetze und Völkerrechtsabkommen genau geregelt. Derzeit sehen wir deutlich, welche Spannungen zwischen dieser natürlichen und der von Menschen geschaffenen Weltordnung entstehen. Es gibt Menschen, die vertrieben werden, und andere, die vor Kriegen fliehen. Es gibt die Eingesperrten in Gefängnissen, in Internierungs- und Flüchtlingslagern. Neuerdings werden Menschen wegen des Coronavirus zum Hausarrest verpflichtet.
Wir nennen uns zivilisierte Menschen und haben trotzdem mit dem Thema Freiheit und Ordnung noch große Probleme. Wir halten uns mehr an die menschlichen Gesetze als an die natürlichen Gesetze. Vielleicht können wir auch hier von der Natur lernen. Alle Zellen und Gestirne haben Handlungsspielräume und halten sich dennoch an die höhere Ordnung. Vielleicht haben wir diese höhere Ordnung einfach noch nicht verstanden. Vielleicht finden wir eines Tages eine Weltordnung, in der sich die Menschen dort aufhalten können, wo sie sich wohlfühlen und nicht dort, wo sie festgehalten werden.
Ich wünsche uns allen Freiheit und Geborgenheit, mit der wir uns wohlfühlen.
Eine schöne, neue Woche
Gertrud Müller
Foto Franziska Neufeld
Die moderne auf wirtschaftliche Gewinne ausgerichtete Welt denkt in Massen.
Massen an Lebensmittel, die hergestellt werden, Massen an Autos, die produziert werden, Massen an Menschen, die Arbeit brauchen, Massen an Geld das in Geldströme geleitet wird.
Will man Massen verwalten, braucht man ein Gleichgewicht von Regulierung und Freiheit.
Landwirtschaft, Medizin, Bildung und Wirtschaftsgüter sind heute auf Normen getrimmt.
Monokulturen, Normgröße der Früchte, die normierte Lebensleistung der Milchkuh,
die gesetzliche Norm des Saatgutes, Normwerte in der medizinischen Diagnostik, Standardbehandlungen, Normleistungen der Kassen.
Die Bildung wurde normiert auf anerkannte Bildungsstandards, Mode richtet sich nach Norm-Kleidungsstilen, die Gesellschaft ordnet sich in schichtspezifisch normierte Lebensstile.
Sowohl Menschen als auch Pflanzen lassen sich in solchen Strukturen führen, jedoch nur für begrenzte Zeit. Jedes vom Menschen konstruierte und kontrollierte Gleichgewicht der Massen löst sich wieder auf. Sei es nach einem Konzertbesuch, wenn das Event vorüber ist. Nach einer Wahl, wenn die Regierung wechselt oder durch Krieg und Tod, sobald Systeme nicht mehr funktionieren.
Viele Menschen sehnen sich nach Normen, die unsere Welt ordnen, sie sind bereit sich einzuordnen um nicht aufzufallen.
Es gibt aber auch die sogenannten „Störer“, Menschen, Tiere und Pflanzen, die sich nicht in Regularien einordnen lassen. Gerne werden diese Wesen aussortiert, als abnormal betrachtet, abgewertet, ausgegrenzt, verfolgt. Dieses Sortieren nach guter Norm und böse Störer verursacht weltweit Auseinandersetzungen.
Wir sollten stattdessen solche Störer willkommen heißen, sehen wir doch, das unsere Regularien löchrig sind. In Asien gibt es das Yin und Yang-Symbol, aus der Wissenschaft wissen wir, dass alles nach Austausch und Verbindung strebt. In diesem Spiel von Freiheit und Ordnung gibt es keine gute Norm und böse Störer.
Betrachten Sie einmal Blätter, Blumen und Tiere. Keines gleicht dem anderen, selbst wenn sie ähnlich sind. In der Natur existiert weder totale Gleichheit noch totale Verschiedenheit. Das ist der Zauber, der die Natur so faszinierend macht. In der Natur sind alle Wesen gleich wertvoll, sie haben gleiche Bestandteile und sind doch verschieden. Wenn wir diese Lektion von der Natur lernen, dann kann es uns allen wieder gut gehen, wir sehen das Verbindende und achten das Andere und Fremde.
Ich wünsche uns allen, dass wir die Denkkategorien von normal und unnormal ablegen und einfach wieder die Schönheit in Ähnlichkeit und Verschiedenheit entdecken können.
Eine schöne neue Woche
Gertrud Müller
Foto: Franziska Neufeld
Die meisten Kinder kommen gesund, vital und lebendig auf die Welt. Was passiert in ihrer Entwicklung, wenn aus gesunden, vitalen und lebendigen Wesen später oft ganz andere Wesen werden? Menschen, die wie angepasste Roboter leben. Jugendliche, die achtlos, aggressiv oder kriminell werden. Erwachsene, die macht- und geldgierig oder Gewaltstraftäter sind.
Wir projizieren oft die Schuld von Missständen auf einzelne Personen ohne unsere Systeme zu hinterfragen. Was und von wem haben diese Personen gelernt? Was wurde Ihnen gelehrt? Was macht uns die Gesellschaft vor? Was erlauben wir den Mächtigen? Was verlangen wir von Statusniedrigeren und welche Formen der Hektik, der Ausgrenzung und Erniedrigung tolerieren wir? Welche Formen von Gewalt und Gewaltdarstellung dulden und verherrlichen wir?
Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dürfen wir uns nicht in der eigenen Komfortzone einrichten und warten, dass andere etwas ändern. Jeder ist gefragt, jeder ist verantwortlich, wir sitzen alle im gleichen Boot, als Gäste dieser Erde. Und es liegt in unserer Verantwortung, diese Erde als schönen Ort zu erhalten und an die nächste Generation weiter zu geben.
Seien Sie weder artig noch lassen Sie sich verbiegen. Fragen Sie sich, was Sie zu einer besseren Welt beitragen können. Wie kann die Wohnung, die Familie, die Partnerschaft, die Arbeitsstelle eine schönere, wertvollere Umgebung werden?
Wie kann der Mensch mehr Achtung vor der Natur haben? Von wem können wir Gutes lernen?
Wenn Sie die beste Version ihrer Selbst werden, dann sind Sie ein Leuchtturm für andere und inspirieren Ihre Mitmenschen, damit auch sie eine schöne bessere Welt ermöglichen!
Und wenn die meisten Menschen bereit sind, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren um eine schöne Welt zu gestalten, dann haben wir auch wieder genügend Kraft, in Ruhe und Würde denen zu helfen, die das noch nicht gelernt haben.
Eine schöne neue und inspirierende Woche
Gertrud Müller
Momentan gibt es viele Nachrichten über Ansteckung: Ansteckungswege, Krankheitsfälle nach Ansteckung, ansteckende Keime, Schutz vor Ansteckung…
Es gibt in unserer Sprache auch andere Formen der Ansteckung:
Ein ansteckendes Lächeln, wenn Menschen sich freuen, ansteckende Hoffnung, wenn Menschen sich bei Krankheit und Not unterstützen, eine ansteckende Zuversicht, wenn lebensrettende Aktionen starten, ansteckende Motivation, wenn Menschen sportliche Ziele erreichen und Berge besteigen, ansteckende Leidenschaft, wenn Wissenschaftler an Möglichkeiten des Fortschritts arbeiten, ansteckender Mut, wenn Menschen Ungerechtigkeit, Lügen und Missbrauch aufdecken, ansteckende Hilfsbereitschaft, wenn Menschen sich gegenseitig bei Katastrophen helfen.

Forschungen belegen, dass Menschen mit einer positiven und zuversichtlichen Lebenseinstellung besser vor Not, Krankheiten oder Infektionen geschützt sind.
Wenn wir immer wieder an unser ansteckendes, positives, menschliches Potenzial denken, gute Taten tun und gute Nachrichten verbreiten, dann stecken wir die Welt mit Liebe und Zuversicht an und Angst, Enttäuschung, Zweifel, Streit, Krankheit, Not und Hass haben immer weniger Platz auf dieser Welt.
Eine schöne neue Woche! Lassen wir uns anstecken mit Liebe und mit positiver Wertschätzung, mit Lebensfreude, Ehrlichkeit und Mut.
Gertrud Müller
Sind Sie gerade gesund oder krank? Wir sagen: Ich bin gesund, oder: Ich bin krank.
Was bedeutet diese Zuordnung? Wenn wir es genauer betrachten, wird diese Aussage ungenau. Solange ich sagen kann, ich wäre krank, bin ich noch nicht vollkommen krank. Der Mund und das Gehirn funktionieren noch. Genauer gesagt, müssten wir sagen: Ich fühle mich krank, oder: Mein Körper leidet an einer Schwäche, an einer Störung in einem Bereich, andere Bereiche sind gesund. Wichtig ist außerdem die Veränderbarkeit dieses Zustandes. Die Symptome verändern sich bei einer Krankheit, sie sind nicht statisch. Es gibt bessere und schlechtere Tage. Ganz entscheidend ist auch wie Kranke selbst und deren Umfeld über die Krankheit sprechen.
Wir sprechen von heilbaren und unheilbaren Krankheiten und stellen gleichzeitig fest, dass selbst unheilbare Krankheiten aussterben können.
Wer fühlt sich heute noch von Pocken oder Pest bedroht? Wer hätte in den 90er Jahren gedacht, dass es für AIDS Medikamente geben könnte? Krankheiten sind für uns dann schlimm, wenn sie nicht greifbar, nicht verstehbar sind, wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt. Manche Menschen brauchen andere, die an ihre Kräfte glauben, einen Zuversicht gebenden Arzt, einen liebenden Partner. Einer der dich liebt, auch wenn du krank bist. In manchen Familien gibt es mehr Krankheiten und in anderen weniger. Es gibt auch Gesunde, die Angst vor Krankheit haben und Kranke verunsichern oder ausgrenzen. Gesundheit ist ein hohes Gut, aber das kann sich schnell ändern, wie z.B. ein Hörsturz oder aktuell die Coronavirusinfektion.
Wir Menschen können Krankheiten gemeinsam oft mutiger begegnen. Ärzte können neue Therapien entdecken, Epidemiologen können die Infektionswege erkennen und vermindern. Patienten selbst können neue Ansätze finden, durch Natur, Sport, Ernährung, Entspannung, liebevolle Beziehungen und Lebenssinn. Wir können durch gemeinsames Forschen und gegenseitige Unterstützung lernen, eine Krankheit zu überwinden.
Wir verbreiten mit Krankheit oft viel Drama und Hysterie. Krankheit kann immer auch den Hinweis auf ein besseres Leben geben. Jeder Kranke kann sich fragen: Was kann ich verändern, in meinem Alltag, in meinen Beziehungen? Kranke, die glauben die Krankheit wäre ein Schicksal und niemand könnte sie behandeln, verlieren Mut, verlieren Hoffnung und Zuversicht. Kranke, die Krankheit als vorübergehenden Zustand und als Herausforderung betrachten, können glauben, vertrauen und wieder genesen.
Haben Sie schon mal Wasser beobachtet? Wasser ist mal Dampf, mal Flüssigkeit oder mal Eis und doch bleibt es Wasser, es wechselt lediglich den Aggregatzustand. Genau so ist es mit Krankheit. Wir können bei Krankheit an einen Schneemann denken. Genau wie dieser Schneemann schmilzt und verschwindet, genauso kann eine Krankheit unbedeutend werden. Krankheit und Gesundheit sind Zustände des Körpers, die sich verändern.
Und jede Krankheit, die überwunden wird, macht auch den anderen Mut. Es gibt immer Menschen die das scheinbar Unmögliche schaffen, vielleicht sind Sie ja der Erste, der ihre Krankheit übersteht. Es hat immer welche gegeben, die etwas Neues schafften. Nur so entwickeln wir uns als Menschheit weiter. Pioniere zeigen uns den Weg, werden wir selbst zu einem Pionier und zu einem Vorbild für andere!
Eine schöne neue und zuversichtliche Woche mit viel Pioniergeist.
Gertrud Müller
